Tapen

Tapen
Beim Tapen unterscheidet man zwei klassische Formen: Das altbewährte,
starre Tape und das modernere, flexiblere Kinesotape. Dabei ist dessen Einsatz tatsächlich weit weniger erfolgreich, als es allgemein behauptet wird – ganz gleich welcher Farbe, Stabilisation oder Strukturverlauf es hat. Der einzige Vorteil des flexiblen Tapes ist, dass man es einfacher verarbeiten kann. Um einen optimalen Schutz des Gelenks gewährleisten zu können, sollte starres Tape angelegt werden. Allerdings nur an solchen Gelenken, bei denen es sehr wenig Hautverschieblichkeit gibt, wie Daumen, Finger, Handgelenk, Sprunggelenk oder Zehen. An allen anderen Gelenken werden beide Tapeformen nicht indiziert. Eine andere Indikation ist die Funktion des Reminders bei Jugendlichen. Der Träger wird durch das Tape daran erinnert, nicht allzu lang in der Kyphose zu verharren und kann so einer Krümmung der Wirbelsäule vorbeugen. Die Gefahr beider Tapeformen ist, dass die Haut propriozeptive Informationen verarbeiten muss. Denn eigentlich sitzt die Propriozeption tief auf der Gelenkkapsel. Da die – durch das Tape in ihrer Beweglichkeit limitiert – jetzt keine Information bekommt, erhält diese jetzt die Haut, wozu sie aber überhaupt nicht ausgerichtet ist. Aus diesem Grund sollten diese Verbände bei Verletzungen nur kurzzeitig (maximal 7 Tage) angewendet werden, da sonst die Gelenkkapsel wichtige Funktionen für die Stabilität verliert.